„Ich war kurz davor alles zu verlieren!“

Hallo, ich bin Ronald, 56 Jahre, und habe seit fast 20 Jahren ein Alkoholproblem. Ich hatte in dieser Zeit viele Höhen und Tiefen, darunter auch lange trockene Phasen von einigen Jahren. Doch die Sucht holte mich immer wieder ein! Seit 2016 bin ich in einer Selbsthilfegruppe. Dort treffen wir uns einmal wöchentlich und reden über die Sucht- und Alltagsprobleme. Meine Selbsthilfegruppe hilft mir, abstinent zu bleiben.


 

Abhängig? Die Droge Alkohol

Alkohol bzw. alkoholische Getränke gehören in unserer Gesellschaft zum Alltag. So wird beispielsweise bei gesellschaftlichen Anlässen wie Feiern oder Restaurantbesuchen, aber auch zu Hause beim Essen oder zum Feierabend vor dem Fernseher getrunken. Viele Menschen können mit ihrem Alkoholkonsum umgehen. Es gibt jedoch Menschen, für die das Trinken von Alkohol zum Problem wird. Sie können den Konsum nicht kontrollieren und steigern (nach und nach) die Alkoholmenge, um eine bestimmte Wirkung zu erlangen. Die Folge: Ihre Gedanken kreisen zunehmend um den Alkohol.

Wirkung

Alkohol hat eine betäubende Wirkung auf das zentrale Nervensystem, da bestimmte Kontrollwege im Gehirn unterdrückt werden. Dadurch entsteht ein Gefühl der Heiterkeit und Entspannung. Auch der Kontakt zu anderen Menschen wird scheinbar einfacher. Doch mit steigendem Alkoholpegel treten Gleichgewichts- und Sprachstörungen (z. B. Torkeln und Lallen) auf. Das Erinnerungsvermögen und der Orientierungssinn lassen nach und es kann zur Bewusstlosigkeit und zum Tiefschlaf kommen. (DHS 2021: 27)*

Vom Gebrauch zum Missbrauch

Der Übergang vom Alkoholgebrauch zum Alkoholmissbrauch ist schleichend und nicht klar abzugrenzen. Ein Alkoholmissbrauch liegt dann vor, wenn der Alkoholkonsum fortgesetzt wird, obwohl die Person um dessen schädigende Wirkung und die damit verbundenen sozialen, geistigen und körperlichen Probleme weiß. Auch wenn man „funktioniert“, also beispielsweise seine beruflichen und familiären Pflichten noch erfüllt, bedeutet dies nicht, dass keine Abhängigkeit vorliegt. Oft ist es dann nur noch ein „Funktionieren“, aber kein selbstbestimmtes und erfülltes Leben. (DHS 2022 :9)*

Risikoarmer Konsum

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) gibt als Grenzwerte (Gramm reiner Alkohol pro Tag) 12 g für Frauen und 24 g für Männern für einen risikoarmen Konsum an. Eine Flasche Bier mit ca. 4,8 % á 330 ml enthält beispielsweise 12,7 g Alkohol. Der Konsum innerhalb dieser Grenzen in Verbindung mit mindestens zwei alkoholfreien Tagen pro Woche gilt als risikoarm. Oberhalb dieser Grenzen steigt das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen. (DHS 2019: 2)*

Abhängigkeit

Ein Alkoholgebrauch, der über dem risikoarmen Konsum liegt, kann zu einer starken psychischen und körperlichen Abhängigkeit führen. Die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit ist ein schleichender Prozess, der sich oft über Jahre hinzieht.

Bild AlkoholAnzeichen für eine Alkoholabhängigkeit sind unter anderem:

  • Regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Toleranzentwicklung (Alkoholmenge wird bzw. wurde gesteigert)
  • Kontrollverlust (es wird mehr getrunken, als beabsichtigt)
  • Starkes Verlangen nach Alkohol
  • Vernachlässigung anderer Interessen, Rückzug aus dem Sozialleben
  • Entzugserscheinungen bei Nicht-Konsum

(DHS 2022: 55)*

Folgen der Alkoholabhängigkeit

Nicht erst die Abhängigkeit, sondern bereits der Missbrauch von Alkohol kann gravierende Folgeschäden in verschiedenen Bereichen nach sich ziehen.
Körperliche Beeinträchtigungen und Schädigungen durch Alkohol sind u. a. die Abnahme der Potenz und des sexuellen Erlebens. Die Haut altert vorzeitig. Zudem kommt es zu schweren Schädigungen der Leber, des Herzens und der Bauchspeicheldrüse. Letztlich werden alle Organe durch den Alkoholkonsum geschädigt. Auch das Krebs-Risiko erhöht sich deutlich (u. a. in Mund und Rachen, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Brust und Darm). (DHS 2021: 27)*

Der Ausstieg

Entzug und Entwöhnung sowie die Teilnahme an Selbsthilfegruppen können helfen, den Alkoholkonsum dauerhaft einzustellen und zu einem erfüllten, alkoholfreien Leben zurückzukehren. Im weiteren Verlauf der BKE Suchtbroschüre werden verschiedene Angebote, ab Seite 38 näher dargestellt.


 

BKE Suchtbroschuere download

Wie kann ich mehr über Alkoholabhängigkeit erfahren?

Viel Wissenswertes zum Thema Alkoholabhängigkeit haben wir in unserer BKE Suchbroschüre zusammengestellt.

Du kannst sie hier als PDF herunterladen ...

 

 


Wer hilft mir bei Alkoholabhängigkeit?

Unsere Selbsthilfegruppen vor Ort

Rechte Spalte unter "In deiner Nähe" die PLZ oder Ort eingeben und deine Gruppe finden.

Das BKE kann auf eine langjährige Erfahrung im Umgang mit Sucht und deren Überwindung zurückblicken. So ist jede unserer Gruppen vor Ort kompetent besetzt. 


 

*Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), (Hrsg.): „Ein Angebot an alle, die einem nahestehenden Menschen helfen möchten. Alkohol, Medikamente, Tabak, illegale Drogen, süchtiges Verhalten“. Hamm: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, 2021
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): „Wie sollten Menschen mit Alkohol umgehen, um Gesundheitsrisiken zu verringern? Stellungnahme der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.“, Zugegriffen am 11.07.2023 https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/dhs-stellungnahmen/DHS_Stellungnahme_Umgang_mit_Alkohol.pdf, 2019
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), (Hrsg.): „Alkoholabhängigkeit, Suchtmedizinische Reihe, Band 1“. Hamm: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, 2022

 
 
 
 
 

Newsletter

Abonniere unseren Newsletter und
bleibe auf dem Laufenden. Der Newsletter kann jederzeit abbestellt werden.

Ich akzeptiere die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzerklärung

Mediathek

BKE-Publikationen und Info-Material zum Herunterladen

BKE Infos Download Button

Adresse

 BKE – Blaues Kreuz i.  d.  Ev.  Kirche
      Bundesverband e.  V.

 Julius-Vogel-Straße 44
     44149 Dortmund

   0231 586 41 32

   info@bke-suchtselbsthilfe.de

Kooperationspartner
BKE Koop Diakonie DHS

Instant Quantum Immediate Spike Bitcore Profit