Anne


SehnSucht und Hoffnung

Eine Lebensgeschichte

Mein Name ist Anne, heute mit 58 Jahren, bin ich eine zufrieden abstinent lebende Alkoholikerin, 13 Jahre trocken.

Der Weg bis dahin war -lang-schwer- und sehr oft auch schmerzhaft!

Ich habe hier meine Geschichte aufgeschrieben, um möglichst vielen Leuten Mut zu machen, zu zeigen, dass es immer Wege gibt zu einem Leben ohne Suchtmittel und dass man nie die Hoffnung aufgeben soll.

Schon mein Vater war Alkoholiker und hat mein Leben unter anderem auch mit Gewaltausbrüchen unter Alkoholeinfluss sehr beeinflusst.

Der „Freund Alkohol“ kam schon sehr früh in mein Leben. Er gab mir Trost, nahm mir Hemmungen, brachte mir den Schlaf! Mit ungefähr 12 Jahren habe ich schon Bier getrunken, auch alleine in meinem Zimmer, es hat mir geholfen mein Zuhause zu ertragen. Schnell habe ich gemerkt, dass ich mich damit gut „wegmachen“ kann! Das Gefühl „es ist genug oder mehr sollte ich nicht trinken“ - ich hatte es nie!

Mit 13 Jahren lernte ich meinen Mann kennen, ich sah ihn ab sofort als meinen Beschützer an, auch vor den Gewaltausbrüchen meines Vaters. Alkohol trinken war für meinen Mann auch damals schon das normalste von der Welt. 

Wir haben früh geheiratet – bekamen zwei Söhne und der „Freund Alkohol“ war immer dabei. Natürlich da schon oft viel zu viel! „Filmrisse“ waren auch da schon oft am Wochenende dabei und was ganz Normales.

Irgendwann kam für mich eine große Krise. Meine Oma starb, mein Mann hatte einen schweren Unfall mit dem Motorrad, unser jüngster Sohn musste für eine OP in eine Klinik. Bis dahin hatte ich immer alles, Kinder, Haushalt, arbeiten gehen, soweit gut gemeistert, so nach dem Motto: „Anne macht das schon!“ So war es mir beigebracht worden oder ich hatte es mir so auferlegt. 

Aber auf einmal konnte ich nicht mehr, bekam Angstzustände und Panikattacken in engen Räumen, im Aufzug, hohen Blutdruck, noch mehr Angst und so weiter.

Körperlich fand der Arzt nichts, also erst mal Entspannung lernen, Tabletten zum ruhiger werden und dann meine erste Gesprächstherapie. Da sich bekanntlich ja Tabletten nicht in Kombination mit Alkohol vertragen, legte der Arzt mir natürlich nahe, darauf zu verzichten. Da ich mir nur sehr schwer vorstellen konnte, keinen Alkohol zu trinken, suchte ich in meinem Mann einen Verbündeten. Der hat sich auch alle Mühe gegeben, konnte das aber auch recht schnell lassen. Ich habe ja gemerkt, wie schwer das für ihn war und habe es dann auch so gedreht, dass ich großzügig zugegeben habe, dass ich ja das Problem mit Medikamenten nehmen habe und nicht er! Haben konnte ich das dann zwar nicht, dass er trinken „durfte“ und ich nicht, aber dank der Medikamente konnte ich ganz gut „ohne“ für eine Zeit!

In dieser Zeit wurde mir aber sehr deutlich bewusst, dass der Alkoholkonsum in unserem Leben schon lange nicht mehr NORMAL war!

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