JUN
17

Verbindung Mensch!

Mitgliederzeitschrift 1/2019

Liebe BKE-Freundinnen, liebe BKE-Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

BKE VIELFALT1*2019in der Vorankündigung der letzten Ausgabe unserer BKE VIELFALT hatten wir noch geschrieben, dass wir weiterhin auf der Suche nach dem Geheimnis der Selbsthilfe sind. Immer wieder haben uns unsere BKE-Freundinnen und BKE-Freunde ihre ganz persönlichen Ansichten dazu mitgeteilt. Wir haben eine wissenschaftlich gestützte Befragung dazu durchgeführt und wir haben Expertinnen und Experten zu Rate gezogen. Wir wollten erfahren, „was wirkt“ da eigentlich in der Selbsthilfe so positiv auf Menschen, die selbst oder durch ihr Umfeld von Sucht betroffen sind?

Für viele von Euch ist es sicherlich nicht überraschend, dass wir als Ergebnis keine 10-Punkte- Wirksamkeits-Empfehlung kundtun können. Es gibt natürlich förderliche Elemente. Diese haben wir durch Eure geteilten Gedanken und durch die Befragung auch belegen und veröffentlichen können, wie Ihr in dieser Ausgabe lesen werdet.

Doch nur die Verbindung all dieser Elemente macht unsere Selbsthilfe im BKE so wirksam und gut für all diejenigen, die Hilfe und Unterstützung benötigen. Doch alle Verbindungen benötigen auch ein „Bindemittel“, wenn sie stabil und dauerhaft sein wollen. Und dieses „Bindemittel“ ist der Mensch – oder besser gesagt, die Menschen in unserem BKE.

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Verbindung Mensch!

Ganz praktisch haben wir das auch mit der Entwicklung unserer Mitgliederzeitschrift BKE VIELFALT erlebt. Aus drei Zeitschriften in unserem Verband (BKE-Report des Bundesverbandes, Blaue Blätter des Landesverbandes NRW und BKE-Magazin des Landesverbandes SH) entstand in nunmehr vier Jahren eine gemeinsame Mitgliederzeitschrift – gemacht von BKE-Mitgliedern für alle BKE Freundinnen und BKE-Freunde in unseren Gruppen und darüber hinaus! Anfangs noch strikt unterteilt nach den jeweiligen Bundesländern und Verbänden.

Und nun zum ersten Mal eine Ausgabe, die nicht mehr trennt, sondern verbindet, was auch alle BKE Freundinnen und BKE-Freunde verbindet. Die neue Struktur der inhaltlichen Gliederung dieser Ausgabe spiegelt die VIELFALT wieder, die wir im BKE leben. Die unsere Arbeit so wirkungsvoll macht für die Menschen, die sich uns anvertrauen und anschließen. VIELFALT im BKE leben, gestalten, lernen, verbinden, feiern, genießen und noch vieles mehr!

Das Redaktionsteam der BKE VIELFALT glaubt auf der Zielgeraden mit der Entwicklung der Zeitschrift zu sein. Wir hoffen, dass auch Ihr das ähnlich empfindet und wünschen Euch viel Freude bei der Lektüre!

Lando Horn
Bundesvorsitzender
für das Redaktionsteam der BKE VIELFALT
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JUN
17

Evaluation 2018 - Ergebnisse einer Befragung von Gruppenleiter*innen

Modelle guter Praxis von Suchtselbsthilfe

BKE Titel Gute Praxis Bericht2019Dieser beinhaltete 22 Fragen zur Einschätzung der Praxis unserer BKE Gruppenleitenden. Die Fragen deckten hierbei Themen ab wie persönliche Zufriedenheit und Motivationen zur aktuellen und zukünftigen Mitarbeit, zu BKE-internen und externen Kooperationen mit der beruflichen Suchthilfe, zur Mitgliedergewinnung, unserer Öffentlichkeitsarbeit und der Freizeitgestaltung.

Ziel war es, förderliche und hinderliche Bedingungen zu erkennen und daraus zu lernen.

An der anschließenden telefonischen Kurzbefragung, die über 3 Monate dauerte, nahmen 176 hochmotivierte Gruppenleitende (69 % Männer und 31 % Frauen) teil. Dies entsprach einer Beteiligungsquote von 86 %. Der inhaltliche Schwerpunkt der Gruppen lag zu 72 % beim Alkohol, gefolgt von 24 % offenen Gruppen und 11 % Angehörigen-Gruppen (hierbei war eine Mehrfachnennung möglich). Alle anderen spezifischen Gruppen kamen auf geringere Anteile, wie (Glücks) Spielsucht 5 %, Frauen 4 % und Senioren 3 %.

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Aus den geführten Interviews wurden dann 4 Fokusgruppen gebildet mit insgesamt 23 Teilnehmenden. Davon waren 21 Gruppenleitende und 2 Angehörige. Diese trafen sich innerhalb eines Monats (jeweils einmalig), für ca. zweieinhalb Stunden in Rendsburg, Osnabrück, Hamburg und Bochum, zu vertiefenden Gesprächen.

Aus der Befragung ergaben sich interessante Empfehlung für unsere BKE Gruppenarbeiten zur Kooperation mit der beruflichen Suchthilfe, zur suchtmittelfreien Freizeitgestaltung, zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Gewinnung neuer Mitglieder.

Ein großes Dankeschön an alle Gruppenverantwortlichen für die gute und gewinnbringende Zusammenarbeit bei der Telefonbefragung und bei der Teilnahme an den regionalen Gesprächsgruppen. Wir werden die Ergebnisse in unseren zukünftigen Planungen berücksichtigen.

Andreas vom Ende
Suchtreferent BKE Bundesverband

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DEZ
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Mitgliederzeitschrift BKE VIELFALT 2/2018

Liebe BKE-Freundinnen, liebe BKE-Freunde, liebe Leserinnen und Leser,

BKE VIELFALT 2-2018für diese Ausgabe der BKE VIELFALT waren wir ganz besonders auf Eure Beiträge, Erfahrungen und Impulse angewiesen. Gemeinsam mit Euch wollen wir uns auf Spurensuche begeben, um das zu identifizieren, was unsere Selbsthilfe wirksam macht. Welche Gründe gibt es, die bewirken, dass rund ein Viertel der Menschen in der Sucht-Selbsthilfe allein durch den Besuch der Gruppe ein unabhängiges Leben führen kann?

Ihr seid unserer Bitte nachgekommen und habt Eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema für diese Ausgabe mit uns geteilt. Anne und Erwin erzählen uns ihre Lebensgeschichten und lassen uns teilhaben an ihrem Ausstieg aus dem Suchtkreislauf.

Erste Eindrücke, welche Ansätze und Bedingungen für eine erfolgsversprechende Gruppenarbeit bedeutsam sind, liefert auch die Befragung, die unser Verband gemeinsam mit einem Forschungsinstitut durchgeführt hat.

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Zwei Frauen erlernen nicht nur in einer Schreibwerkstatt, dass kreatives Schreiben eine wirkungsvolle Verarbeitungsstrategie ist, sondern identifizieren für sich auch die Gründe, warum ihnen die Selbsthilfe so guttut. Jung und Alt erleben an einem Wochenende das „Wunderbare“, wenn es nicht darauf ankommt, wer du bist, wie alt du bist, was du hast oder auch nicht hast, sondern einfach du selbst sein kannst. Und vielleicht beschreibt die „Kleine Ich-Botschaft“ genau den Kern dessen, was in der Selbsthilfe wirkt.

Das Thema zieht sich quer durch diese Ausgabe Eurer Mitgliederzeitschrift. Ihr findet Impulse hierzu in vielen Artikeln und Beiträgen. Das zeigt uns, dass wir alle klarstellen wollen, was unser BKE so wirksam macht und damit das Geheimnis der Selbsthilfe für alle Menschen, die Hilfe suchen, lüften wollen.

Lando Horn
Bundesvorsitzender

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05

Statistik 2017 der Sucht-Selbsthilfe erschienen

Jeder fünfte Suchtkranke abstinent durch die Selbsthilfegruppe

BKE Erhebung der 5 SSHV 2017Neu erschienen ist eine Statistik der fünf Sucht-Selbsthilfe- und Abstinenzverbände (Blaues Kreuz in Deutschland e.V., BKE – Bundesverband e.V., Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe - Bundesverband e.V., Guttempler in Deutschland e.V. und Kreuzbund e.V.) für das Jahr 2017. Die Erhebung enthält wichtige Angaben zur Arbeit in den Sucht-Selbsthilfegruppen, deren Leistungen, zu Entwicklungen und neuen Tendenzen. Finanziell gefördert wurde die Erhebung von der Techniker Krankenkasse.

Grundsätzliche Feststellungen

In 2017 wurden in den 4.110 Gruppenangeboten der fünf Sucht- und Selbsthilfeverbände fast 70.000 Personen erreicht, davon waren es rund 30.000 Frauen und 40.000 Männer, die die Gruppen besuchten. Die Zahl der Angehörigen, die eine Gruppe besuchten, ging in 20 Jahren von ca. 30 % auf 19 % zurück. Hier sehen die fünf Verbände Handlungsbedarf. Interessant ist der starke Anstieg der Abhängigen von illegalen Drogen auf knapp 3.200 Personen im Vergleich zu 2010 (ca. 830 Personen). Dies darf als Indiz für die erfolgreiche suchtstoffübergreifende Arbeit der Verbände gewertet werden.

BKE Erhebung der 5 SSHV 2017 DSAltersstruktur und Rückfallquote

Fast die Hälfte der Gruppenteilnehmenden in den fünf Verbänden ist zwischen 41 und 60 Jahren alt. In dieser Altersgruppe finden die meisten neuen Gruppenteilnehmenden in die Selbsthilfe. Der hohe Anteil der über 60-Jährigen ist mit der außerordentlichen Haltequote und mit rückfallprophylaktischen Gründen verknüpft. Aus der Erhebung ergab sich, dass gut jeder fünfte Suchtkranke durch die Selbsthilfegruppe abstinent geworden ist und kein Angebot der beruflichen Suchthilfe nutzen musste. Insgesamt wurde deutlich, dass die Sucht-Selbsthilfe eine wertvolle Arbeit leistet und dazu beiträgt, dass Suchtkranke abstinent bleiben und nicht zuletzt Behandlungserfolge aus der beruflichen Suchthilfe gesichert werden. So blieben 87 % der Suchtkranken ohne Rückfall. Nur 13 % wurden rückfällig. Ermutigend ist, dass mehr als drei Viertel der rückfällig gewordenen Personen wieder zu einem stabilen abstinenten Leben zurückfinden konnte. Der stellvertretende Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Dr. Peter Raiser, stellt fest: „Die Erhebung der fünf Sucht-Selbsthilfeverbände zeigt einmal mehr, dass die Sucht-Selbsthilfegruppen ein unverzichtbarer Teil des Suchthilfesystems sind. Durch ihre Arbeit bleiben in Deutschland mehr als 50.000 Suchtkranke suchtfrei bzw. stabilisieren sich nach einem Rückfall.“

Ausbildungen in der Sucht-Selbsthilfe

In den Sucht-Selbsthilfeverbänden haben sich mittlerweile rund 11.000 Menschen zu Gruppenleitenden, ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Suchtkrankenhilfe (Grundausbildung) bzw. Mitarbeitenden in der betrieblichen Suchtkrankenhilfe ausbilden lassen, die sich nun in der Selbsthilfe engagieren.

Die Statistik 2017 der fünf Sucht-Selbsthilfe- und Abstinenzverbände kann eingesehen und heruntergeladen werden HIER

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